Pädagogische Arbeit, Eingewöhnung und Kosten

Ziele und Formen der pädagogischen Arbeit

Das Ziel der pädagogischen Arbeit ist es, die Entwicklung des Kindes zu einer  eigenverantwortlichen, gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu fördern. Außerdem erfolgt die Förderung der sozialen, emotionalen, körperlichen und geistigen Entwicklung entsprechend des Alters, Entwicklungsstandes, der Fähigkeiten, Lebenssituation sowie der Interessen und Bedürfnisse.Hierbei haben uns ebenfalls die Pädagogen Emmi Pikler und Maria Montessori inspiriert.

Laut Emmi Pikler stehen in den ersten drei Lebensjahren Beziehungs- und Bindungserfahrungen sowie ein positives Grundgefühl im Vordergrund der pädagogischen Arbeit.
Diese elementaren Grundlagen sorgen dafür, dass sich das Kind seinen eigenen Entwicklungs- und Bildungsaufgaben ohne Angst stellen kann.Eine sichere Bindung wird durch eine sanfte Eingewöhnung, bei der das Kind das Tempo bestimmt, viel liebevolle Zuwendung, Respekt, Empathie und Zuspruch erreicht.
Ebenfalls wichtig ist viel Körperkontakt, wie trösten, kuscheln, etc., damit das Kind immer wieder in sein emotionales Gleichgewicht kommen kann.

Außerdem benötigen Kinder Anregungen und Wahrnehmungsreize, sei es durch uns oder die Umgebung.Der Leitsatz der Pädagogik nach Maria Montessori lautet: “Hilf mir es selbst zu tun”.Die individuelle Unterstützung des Kindes steht im Vordergrund.

Das Kind wird motiviert, sich selbst auszuprobieren und seine eigenen Fähigkeiten lebensorientiert immer wieder zu erweitern.
Spielen ist Lernen und das ist der Job des Kindes. 
Im Alltag lernen Kinder physikalische Zusammenhänge kennen (z.B. wenn ich den Becher fallen lasse, dann fällt er immer nach unten = Gravitation). Sie haben nur noch keine Worte für das was sie erleben. Diese werden wir ihnen (ergänzend zu den Eltern) mitgeben, indem wir das Tun der Kinder interessiert beobachten und sprachlich begleiten. 
Ebenfalls wird die Sprachentwicklung durch Vorlesen, Singen, Dialog ohne richtig und falsch, Zuhören und korrektives Wiederholen (z.B. bei falsch ausgesprochenen Wörtern oder falscher Satzstellung) von uns unterstützt.

Weitere Entwicklungsbereiche:
- emotional z.B. Selbständigkeit durch Nachahmen und sich ausprobieren, sich Wohlfühlen, Vertrauen zu sich und anderen haben, Gefühle ausdrücken
- kognitiv z.B. Sprache, Denken, Spielverhalten erweitern
- sozial z.B. Kontakte knüpfen, Sozialverhalten, Regelverhalten, Vorbildfunktionen, Konsequenzen
- motorisch z.B. Feinmotorik (Kneten, Malen, Kreativität), Grobmotorik (Laufen, Rennen, Ball spielen)
- sensorisch z.B. durch fühlen, sehen, hören, schmecken, riechen
- mathematisch z.B. durch Tagesrhythmus, erstes Zählen, Raum-Lage-Beziehung
- ökologisch z.B. Mülltrennung
- naturwissenschaftlich z.B. beobachten der Natur (Wasser wird zu Eis, Pflanzen wachsen), Mischversuche mit Farben, Wasser, Öl.

Zudem werden bei uns Brauchtumsfeste wie Karneval, Ostern, Sankt Martin, Weihnachten etc. gefeiert.

Eine gute und enge Zusammenarbeit mit den Eltern ist für uns und vor allem für das Kind unerlässlich. Für die bestmögliche Betreuung des Kindes ist ein Austausch über den Alltag zu Hause und unsere pädagogische Arbeit zwingend nötig. 
Nicht nur das Kind muss Vertrauen zu uns haben, sondern auch die Eltern.
Hierzu gibt es vielfältige Möglichkeiten:
- ausführliches Aufnahmegespräch (noch vor Beginn der eigentlichen Betreuung)
einfühlsame Eingewöhnung
- tägliche “Tür-und-Angel-Gespräche” beim Bringen und Abholen, um alltägliche Informationen zu erhalten, z.B. wie hat das Kind geschlafen, wer holt es ab, Besonderheiten der letzten oder nächsten Tage
- regelmäßige Entwicklungsgespräche 
- das Fach der Kinder kann auch als “Briefkasten” für kurze Benachrichtigungen genutzt werden
- gemeinsame Aktivitäten, wie Sommerfest, Weihnachtsfeier sowie Spiel- und Bastelprojekte bei denen die ganze Familie (ggf. auch ältere Geschwister) teilnehmen können
 
Eingewöhnungsphase

Die Eingewöhnung gestalte ich mit einer Mischung aus "Berliner Modell" und "Hamburger Modell"
Diese dauert zwischen 14 und 21 Tagen, je nach Alter, Temperament und Persönlichkeit des Kindes (in Einzelfällen auch länger).
Es ist wichtig, dass sich ein Elternteil ausreichend Zeit einplant, damit es nicht zu Stress kommt, welchen die Kinder unbewusst spüren und welcher eine gute Eingewöhnung erschwert. 
Es sollte auch immer die gleiche Person sein, um dem Kind ein Gefühl von Beständigkeit zu geben. Es ist sinnvoll ein Übergangsobjekt (wie Kuscheltier oder Schnuller) mitzubringen, da das Kind dieses mit dem vertrauten Zuhause verbindet.

Am ersten Tag bleiben das Kind und der begleitende Elternteil maximal eine Stunde, damit sich das Kind mit seiner vertrauten Person an die Räumlichkeiten und uns gewöhnen kann. Da die Sinneseindrücke sehr vielfältig sind, ist diese Zeitspanne absolut ausreichend für den ersten Tag. 
Am zweiten und dritten Tag kann die Zeitspanne auf 1-1,5 Stunden ausgeweitet werden. 
Die Eltern sollten sich eher passiv verhalten (also weder das Kind zum Spielen auffordern, noch es wegschicken), damit das Kind sich in seinem eigenem Tempo der Umgebung und den neuen Personen (uns und den anderen Kindern) widmen kann. 
Die Impulse zur Annäherung erfolgen immer seitens des Kindes. Hilfreich sind dabei Informationen darüber, welche Interessen, Abneigungen oder Eigenheiten das Kind hat. 

Da die Pflege (Wickeln, Füttern) eine sehr intime Tätigkeit ist, wird diese Aufgabe in den ersten Tagen von dem begleitenden Elternteil übernommen. Ich werde mich dabei im Hintergrund halten und “assistieren”. Je mehr Vertrauen das Kind zu uns aufbaut, desto mehr werden die Rollen langsam getauscht. 

Wenn bereits Kontakt aufgebaut wurde, dann kann der erste Trennungsversuch gewagt werden. Das Elternteil verabschiedet sich bei dem Kind und verlässt für 10 Minuten den Raum, hält sich aber, für das Kind nicht sichtbar, hinter der Tür auf. Sobald es anfängt zu weinen, kommt das Elternteil sofort zurück. Eine Verabschiedung ist wichtig, denn wenn das  Kind bemerkt, dass das Elternteil “heimlich” verschwunden ist, dann löst das Verlustängste aus. 

Ist dies geglückt, kann die Dauer auf etwa eine halbe Stunde ausgeweitet werden, aber so, dass das Elternteil in wenigen Minuten wieder da sein kann. 
Wenn das ebenfalls gut klappt, dann kann eine längere Zeitspanne ausprobiert werden. 
Zum Ende der Eingewöhnung kann das Kind ganz normal bei mir abgegeben werden, allerdings sollten die Eltern jederzeit erreichbar sein, sollte sich das Kind nicht von mir trösten lassen. 

Die Eingewöhnung ist abgeschlossen, wenn das Kind mich als sichere Bezugspersonen akzeptiert und sich bei Schmerz oder Kummer von mir trösten lässt.

 
Kosten

Die Kosten für die Betreuung werden vom Jugendamt an die jeweilige Betreuungsperson gezahlt. Die Eltern zahlen den Elternbeitrag direkt an das Jugendamt. Die Höhe des individuellen Elternbeitrages richtet sich nach der Höhe des Einkommens sowie der Anzahl der Betreuungsstunden.

 
Die Eltern stellen einen Antrag auf Zuschuss zu den Betreuungskosten der Kindertagespflege bei dem zuständigen Jugendamt. 
Weitere Informationen zum Betreuungssatz und der Förderung durch das Jugendamt finden Sie auf der Homepage der Stadt. 

Zu dem individuellen Elternbeitrag kommen noch monatlich 110,00 EUR Verpflegungskosten hinzu. In diesem Betrag sind außerdem Hygieneartikel wie Feuchttücher, Windeln, Wickelauflagen etc. enthalten.
 
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